23.April 2018

Raps: Zähe Nachfrage

Am deutschen Rapskassamarkt laufen die Geschäfte unverändert zäh. Die...

Am deutschen Rapskassamarkt laufen die Geschäfte unverändert zäh. Die Ölmühlen haben wenig Interesse bzw. Bedarf Inlandsraps zuzukaufen, die meisten sind gut versorgt, viele brauchen wegen geringer Verarbeitung aber auch einfach weniger Rohstoff, berichtet der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (Ovid) in seinem aktuellen Newsletter. Weiter heißt es:

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich im Übergang auf die neue Ernte Versorgungslücken bei den Mühlen auftun werden, ist sehr gering und schwindet mit der fortgesetzten Zurückhaltung auf Seiten der Verarbeiter von Woche zu Woche. Marktteilnehmer berichten, dass die Mühlen den Crush herunterfahren oder Wartungsarbeiten vorziehen, denn die Erlöse aus dem Rapsölverkauf an die Biodieselindustrie sind unverändert gering. Hoch sind die Erlöse mit Rapsschrot, aber das allein reicht nicht aus, die Verarbeitung zu steigern.

Ein Hoffnungsschimmer ist die avisiert steigende Rapsverarbeitung und der entsprechend höhere Bedarf Chinas, den das Reich der Mitte Markteinschätzungen zufolge wohl vor allem mit Raps aus der Ukraine decken könnte. Das könnte den Angebotsdruck durch ukrainischen Raps am EU-Markt etwas nehmen, würde den Rapskursen in Paris Auftrieb geben und letztlich auch die Kassapreise antreiben.

Aber all das ist bislang nur Spekulation. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, weshalb einige Rapserzeuger hierzulande – auch wenn sie mittlerweile eher bereit sind, alterntigen Raps zu veräußern, um ihre Läger zu räumen – zumindest Teilmengen der alten Ernte noch zurückhalten. Eigentlich macht es auch wenig Sinn, die Lagerware jetzt komplett zu veräußern, weil das zusätzliche Angebot keine Nachfrage findet und die Preise somit weiter unter Druck setzen würde.

Rapsschrot zur sofortigen Lieferung wird nicht mehr offeriert. Auf Terminen ab Mai werden die Forderungen marginal zurückgenommen, mit 244,- Euro/t im Bundesdurchschnitt bleibt das Niveau aber hoch.

Die Sojaschrotpreise tendieren schwächer, sicherlich zur Freude der Mischfutterhersteller, die dabei sind, ihren Bedarf für die zweite Jahreshälfte zu decken. Druck kommt aus Chicago, wo die Sojabohnenkurse zum Wochenauftakt unter Gewinnmitnahmen deutlich verloren und auch Öl und Schrot nachgaben. 44er Ware erzielte zuletzt einen Durchschnittspreis von 363,- Euro/t, 49er Ware kam auf 388,- Euro/t – das waren jeweils 9,- Euro/t weniger als vor einer Woche.

Die Großhandelspreise für Pflanzenöle haben sich in der vergangenen Woche deutlich schwächer entwickelt. Für Sojaöl wurden fob Hamburg zuletzt 680,- Euro/t genannt, 5,- Euro/t unter Vorwochenlinie. Die US-Rekordverarbeitung von Sojabohnen zur Schrotproduktion hat zu einem deutlichen Anstieg der Sojaölvorräte in den USA geführt, der auch die internationalen Preise belastet.

Den schwächeren Soja- und Palmölpreisen kann Rapsöl derzeit nichts entgegensetzen. Die schwache Nachfrage der Biodieselindustrie übt weiterhin Druck aus. Die Forderungen gaben im Vorwochenvergleich um 5,- auf 645,- Euro/t fob Hamburg nach. agt

Kassatabelle wird geladen...
24.April 2018

Ölsaaten: Sojabohne und Palmöl schwach, Raps verharrt auf Kontrakttief

Der Ölsaatenmarkt ist schwach in die neue Woche gestartet. Sowohl die Sojabohne in den USA,...
23.April 2018

Agrarministerkonferenz: Nächste Woche in Münster

Von Mittwoch bis Freitag kommender Woche treffen sich die Agrarminister der Länder und...
23.April 2018

Sojabohnen: Globale Ernte geringer als erwartet

Die weltweite Sojaerzeugung fällt 2017/18 deutlich geringer aus als bisher erwartet....
23.April 2018

Lahmes Internet: Immer mehr Bauern beklagen sich

77 Prozent der Landwirte in Deutschland sind nach Ergebnissen des aktuellen...
23.April 2018

Freihandelsabkommen: EU und Mexiko grundsätzlich einig

Die Europäische Union und Mexiko haben sich grundsätzlich auf eine Neufassung ihres...